Wir über uns

100 Jahre
Rad - Club „Sturmvogel“ von 1898 e. V.
Mülheim an der Ruhr
Hiermit möchte ich Ihnen einen kleinen Auszug aus unserer Vereinschronik geben, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.


1898
Als am 27. August 1898 radsportbegeisterte Männer in Mülheim einen Verein gründeten und ihm den Namen Rad - Club „Sturmvogel“ gaben, werden sie kaum daran gedacht haben, daß dieser an einem Montagabend ins Leben gerufene Club zwei Kriege überdauern würde. Der Rad - Club „Sturmvogel“, inzwischen 100 Jahre alt, ist als Sportverein zu einem würdigen Repräsentanten seiner Heimatstadt herangereift. Den ersten Vorstand bildeten Ferdinand Küpper als 1. Vorsitzender und Fritz Krume als Schriftführer. Das Gremium wurde aber bald durch den 2. Vorsitzenden Heinrich Cardeck, Kassierer Hermann Müller und die Fachwarte Heinrich Schöinger und Artur Bachrach ergänzt. Knapp vier Wochen nach der Gründung fand in Mülheim bereits das erste Straßenrennen des R.C. „Sturmvogel“ statt. Es führte über 25 Kilometer. Aus jener Zeit sind als die besten hiesigen Fahrer die Namen des Mülheimers Gustav Sonnenschein sowie der Styrumer Ludwig Gehring und Ernst Görtz überliefert. 1899 trat der R.C. „Sturmvogel“ dem Bund Deutscher Radfahrer bei. Wanderfahren und Saalsport standen im Mittelpunkt des jungen Vereins. Sieben Jahre lang hatte seit der Gründung Ferdinand Küpper als 1. Vorsitzender den Verein geführt. Als Anerkennung seiner großen Verdienste wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Dann gab es einige Wechsel in der Vereinsführung, ehe ab 1908 wieder etwas Ruhe eintrat. Von 1908 bis zum Ausbruch des Krieges im Jahr 1914 übten Theodor Knappen und Heinrich Schmitz die Leitung des Vereins aus. Die Kriegsverhältnisse brachten auch in Mülheim den Radsport fast zum Erliegen. Nur zehn Mitglieder gehörten dem Rad - Club „Sturmvogel“ an, als er nach Kriegsende wieder mit dem Neuaufbau begann. Heinrich Schmitz und seine Vorstandskollegen verrichteten Schwerstarbeit. Sie gaben dem Vereinsleben eine andere Richtung. Der Verein sah in der Ausübung des Sports nicht mehr ein Vergnügungsmittel, sondern die Aufgabe, auf dem Gebiet der Jugendpflege mitzuarbeiten. So trat der Rad - Club „Sturmvogel“ dem Jugendpflege - Ausschuß der Stadt, dem Stadtverband für Leibesübungen und dem Verband der Mülheimer Sportvereine bei und unterstützte diese Verbände, so gut es möglich war.
25 Jahre Rad - Club „Sturmvogel“
Im Jubiläumsjahr 1923 betrug die Mitgliederzahl 100 Erwachsene und 20 Jugendliche. Ostermontag 1925 erfüllte sich ein Wunschtraum des Vereins, der mit dem Mülheimer Spielverein 07 eine Interessengemeinschaft gebildet hatte: Eröffnung der auf der Anlage am Waldschlößchen erstellten Radrennbahn. Sie war 400 Meter lang, 4 Meter breit und hatte eine Kurvenerhöhung von 1,80 m. Für dieses Objekt war ein großer finanzieller Aufwand erforderlich, der beide Vereine belastete. Mit Unterstützung der Stadtverwaltung konnte der Bau verwirklicht werden. Vorsitzender war zu jener Zeit Oskar Kempken. Im August 1925 fanden sogar Rennen mit internationaler Beteiligung statt. Fahrer aus Holland und Belgien - damals in Mülheim eine Sensation - waren am Start. Drei Monate später zählten auch die Deutschen Meister Paul Koszmalla und „Klotz“ Schorn zu den Teilnehmern an den Rennen auf der Sandbahn am Waldschlößchen. Aber nach zwei Jahren war das Kapitel „Mülheimer Radrennbahn“ bereits abgeschlossen. Der Regen spülte alle Hoffnungen auf lukrative Radsport - veranstaltungen fort. Innerhalb eines Jahres fielen wegen starken Regens fünf geplante Bahnrennen aus. Die Interessengemeinschaft geriet in arge finanzielle Schwierigkeiten, die gleichzeitig auch das Aus für die Mülheimer Bahnrennen bedeuteten.
30 Jahre Rad - Club „Sturmvogel“
Theodor Knappen, inzwischen 1. Vorsitzender, zeichnete die drei Vereinsgründer Gustav Knappen, Hermann Müller und Arthur Bachrach mit dem Bundespokal und einem Ehrentrunk aus. Julius Stamm seit 30 Jahren Vereinswirt, ( Vereinslokal Stamm am Rathausmarkt ) wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Fritz Schmitz war in den dreißiger Jahren eines der rührigsten Vorstandsmitglieder und sogar 1. Vorsitzender und Geschäftsführer in einer Person. Er rief auch das Rundstreckenrennen „50mal zum Amtsgericht“ ins Leben, das 1939 zum ersten Mal ausgetragen und von dem Mülheimer Friedel Greiner gewonnen wurde.Und dann kam jene Nacht zum 23. Juni 1943, in der die Mülheimer Innenstadt durch einen Bombenangriff zerstört wurde. Auch das Vereinslokal, Aufbewahrungsort des Vereinsbanners und aller sportlichen Trophäen, brannte aus. Wertvolle Erinnerungsstücke gingen verloren. 1945 fand die erste Versammlung nach dem Zusammenbruch statt. Karl Kretschmar wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Franz Drognitz sowie Günter Scheuer und die Fachwarte Fritz Gehring, Fritz Schmitz und Wilhelm Zsigmond vervollständigten den Vorstand. Von 1952 bis zu seinem Tod im Jahr 1976 war Fritz Gehring als 1. Vorsitzender tätig. Trotz enormen Aufschwungs war für den Mülheimer Radsport nicht alles Gold, was in den goldenen fünfziger Jahren glänzte, z.B. wurde 1955 zum letzen Mal auf dem Rundkurs ums Amtsgericht gefahren ( zu starkes Verkehrsaufkommen! ). Ab 1956 wurden die Straßenrennen im Dichterviertel ausgetragen. Karl - Heinz Schlossarek aus Dortmund war der erste Sieger in der neuen Umgebung. Die Durchführung der Rennen wäre kaum möglich gewesen, hätte nicht die Stadt alle erdenkliche Hilfe geleistet. Dies tat Fritz Gehring als 1. Vorsitzender am 15. Jahrestag der Gründung des Radsport - Verbandes Nordrhein Westfalen kund. Der Radsportverband wurde 1948 in Mülheim gegründet. Der Mülheimer Oberbürgermeister Heinrich Thöne, der dem Radsport viel Unterstützung gewährte, wurde mit der großen Plakette des Bundes Deutscher Radfahrer ausgezeichnet. Allerdings befand sich der Rad - Club „ Sturmvogel“ immer wieder auf der Suche nach neuen Rennstrecken. Er führte Rennen am Kreuzfeld, aber auch inmitten der Altstadt durch. In den Jahren von 1963 bis hin zum Jahr 1985 kam es zu der großen Städtepartnerschaft zwischen den Radsportvereinen R . C. „Sturmvogel“ und den Radsportfreunden aus Tours. Hier wurden sehr enge Kontakte zwischen den Vereinen und später auch auf privater Ebene geknüpft. Leider ist der sportliche Kontakt abgebrochen, dennoch bestehen heute noch private Freundschaften mit einigen Tourainern. Waren es doch die Besuche in Frankreich (natürlich mit dem Fahrrad), welche einen förmlichen Boom ausgelöst hatten. Von Begegnung zu Begegnung wurden es immer mehr Sturmvögel, die einen solchen Radmarathon auf sich nahmen. Die Gegenbesuche der Tourainer waren des öfteren sehr feucht fröhlich. Alle Teilnehmer aus unserem Verein hier aufzuführen, wäre schlichtweg einfach zu viel. Man möchte ja auch keinen vergessen. Vielleicht sollte man doch hier die Namen von Fritz Gehring und Günter Zenz im Zusammenhang der Städtepartnerschaft erwähnen, war es doch Fritz Gehring, dem es damals als 1. Vorsitzenden gelungen war, eine solche mit viel Geduld und Arbeit verbundene Partnerschaft ins Leben zu rufen. Günter Zenz, der zu dieser Zeit langjähriger Geschäftsführer war, fungierte nicht nur als Dolmetscher sondern war auch als Begleiter immer mit Rat und Tat dabei. Die Teilnahmen an großen Radrennen in unserer Partnerstadt TOURS waren zu dieser Zeit von großer Bedeutung. Daß es später noch zu anderen Besuchen von Mülheimer Partnerstädten kam, war ein Verdienst von Herbert Schindler und seiner Wanderfahrgruppe. Herbert Schindler nahm an allen Besuchen unserer Partnerstädte mit dem Fahrrad teil. Wieviel zigtausend Kilometer dabei zusammengekommen sind, läßt sich fast nur erahnen. Waren doch die Radtouren von einigen unseren Wander- und Touristikfahrern zu den Partnerstädten TOURS -DARLINGTON - KUSANKOWSKI und TIERGARTEN schon fast in Vergessenheit geraten, nahmen einige Fahrer noch einmal die Strapazen auf sich, um der neuen Partnerstadt Oppeln einen Besuch mit dem Fahrrad abzustatten. Kann man doch mit Stolz berichten, daß unser Verein einen Beitrag zu einem Europa schon in früheren Jahren geleistet hat. Überhaupt waren die siebziger und achtziger Jahre, die Jahre als beim R.C. „Sturmvogel“ Wanderfahren mehr als groß geschrieben wurde. Wanderfahrten unter den Fachwarten Ernst Müller - Udo Reinersmann und Walter Washer waren von großer Beliebtheit, und brachten richtig Schwung in den Verein. Daß neben dem Radfahren, auch noch die Geselligkeit eine beachtliche Rolle spielte, bewiesen die Sportler bei so vielen Anlässen; wenn kein Anlass da war, wurde eben einer gesucht und auch gefunden.
75 Jahre R.C. „Sturmvogel“
Für die Kunstradabteilung wurde es 1973 sehr ernst, richteten sie doch erstmals in Mülheim eine Landesmeisterschaft für Jugend- und Senioren in der damals noch ziemlich neuen Großsporthalle an der Carl - Diem - Str. aus. Bis auf den punktelastischen Boden wurde die Veranstaltung von allen Teilnehmern als vorbildlich gelobt. Von unseren Teilnehmern wurden Doris Kronenberger und Lucie Wilke im 2er Kunstradfahren vierte; im 1 er erreichten sie die Plätze 6 und 7. Elke Bergrath belegte im 1 er den 10. Platz. Im Jahre 1978, also zum 80 jährigen Bestehen des Vereins, richtete der R.C. „Sturmvogel“ (mit der Erfahrung der letzten Ausrichtung einer Meisterschaft) die Landesmeisterschaft im Kunstradfahren für Schüler und Schülerinnen in der Sporthalle an der Von-der-Tann-Str. aus. Hier fuhren Margot und Mario Balla erstmals auf einer großen Meisterschaft. Von 1972 bis zum heutigen Tag begann eine Familiengeschichte mit den Geschwistern Balla im Kunstradfahren. Vier Mädchen und ein Junge wurden mehrmals in der Woche zum Training in die Sporthalle an der Hügelstr. gebracht. Sei es auf dem Fahrradgepäckträger oder mit dem V W Bus, die Eltern standen der Abteilung lange zur Seite. Noch heute im Jubiläumsjahr sind mit Angelika und Petra Balla zwei dem Kunstradfahren verbunden geblieben. Weitere erfolgreiche Fahrer, unter anderem Tim Korbmacher und Adrian Kalk, nahmen an hochkarätigen Meisterschaften teil. Mehrere Titel bei den nordwestdeutschen -, Landes - und Bezirksmeisterschaften wurden gewonnen. Dank der Unterstützung durch die Stadtsparkasse, konnten auf den inzwischen als ideal anerkannten Kurs „Rund um die Ruhr“ starke Fahrer nach Mülheim gelockt werden. Das Radrennen über Schloß- und Nordbrücke wurde zu einer Werbung für die Stadt Mülheim an der Ruhr. Auch Werner Engel, der 1976 die Vereinsführung übernahm und 1979 plötzlich verstarb, war immer wieder bemüht, attraktive Rundkurse innerhalb Mülheims ausfindig zu machen. Dann war es der 1982 verstorbene Oberbürgermeister Dieter aus dem Siepen, der mit der Durchführung von Straßenrennen die Innenstadt beleben und den Sport dem Bürger näherbringen wollte. Im Jahre 1983 trat der R.C. „Sturmvogel“, der seit dem Tod von Werner Engel vom 1. Vorsitzenden Hermann Kronenberger geleitet wurde, mit vielen weiteren Veranstaltungen an die Öffentlichkeit. Der Verein führte im Rhein - Ruhr - Zentrum ein Omnium, im Saarner Raum und Broicher Wald das 25. Volksradfahren im Hafengebiet die Bezirksmeisterschaften im Straßenfahren und in der Sporthalle an der Von-der-Tann-Straße die NRW - Schülermeisterschaften im Kunstradfahren durch und erwies sich im Jahr seines 85jährigen Bestehens als ein vorbildlicher Organisator und Ausrichter. Als nationaler und internationaler Kampfrichter im Kunstradsport machte Hermann Kronenberger den R.C. „Sturmvogel“ und sich weit über die Grenzen hinaus einen Namen. Mittlerweile ist er schon 30 Jahre Kampfrichter und wertet auch heute noch für den Verein. Günter Engel übernahm als Rennfahrwart eine Aufgabe, die in kurzer Zeit viele Früchte tragen sollte. Leider gab es seit der Gründung des Vereins den bis dahin bedauerlichsten Unfall. Der junge Rennfahrer Kurt Schaefer zog sich während einer Trainingsfahrt beim Zusammenstoß mit einem Motorrad tödliche Verletzungen zu. In der Rennabteilung unter Leitung von Günter Engel, der aus seiner aktiven Zeit vieles den Rennfahrern vermitteln konnte, waren Markus Thißen, Harald Straßner, Marco Lichtenberger, Stefan Kunz, Olaf Meier und Axel Engel die Aushängeschilder. Axel Engel und Frank Klein (noch heute Profifahrer und Gewinner „Rund um Winkhausen“ 1997 ) machten im Rennsport ihr Hobby bald zum Beruf und waren für ihre neuen Rennställe sehr erfolgreich. Nicht in Vergessenheit geraten sollte der Querfeldeinstart bei der Weltmeisterschaft der Junioren in San Sebastian von Jörg Schütten . Belegte er doch hier einen tollen 15. Platz in der Einzelwertung , so wurde er mit der deutschen MannschaftDritter! Eine Berufung in den B - Kader des Bundes Deutscher Radfahrer war eine zusätzliche Auszeichnung. Steilauf ging auch die Karriere von Axel Engel; Landesmeistertitel der Jugend 1984 sowie zahlreiche Siege im In- und Ausland zählten dazu. Die Berufung in den Nationalkader der Junioren und die Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Junioren in Marokko waren der Lohn seiner Anstrengungen. Leider ging uns Axel Engel 1987 als Rennfahrer verloren und wechselte zum Team Olympia Dortmund. Bei den Kunstradfahrern ging eine erfolgreiche Karriere von Doris Külschbach/Kronenberger und Lucie Wilke zu Ende. Wurden sie doch mehrmals Landes -und nordwestdeutsche Meister im 1er und 2er Kunstradfahren und nahmen mehrmals an den deutschen Meisterschaften teil. Doris Kronenberger/Külschbach wurde außerdem 1973 zur Sportlerin des Jahres in ihrer Heimatstadt Mülheim an der Ruhr gewählt. In der nationalen Bestenliste von 1974 belegte Doris Kronenberger einen 9. Platz. Die Teilnahme an Länderkämpfen waren für Doris eine besondere Ehre in ihrer Karriere als Kunstradfahrerin des R. C. „Sturmvogel“. Doris Külschbach übernahm neben Ihrer schon langjährigen Tätigkeit als Trainerin im Verein auch die Funktion der Fachwartin für Kunstradsport. In den Jahren hin bis zum 90jährigen Bestehen waren die Leistungssportler im Rennsport - und Kunstradfahren sehr erfolgreich. Konnten doch Landesmeister -, Bezirks- und weitere hochkarätige Titel gewonnen werden. Die Ausrichtung mehrerer Großveranstaltungen, (Volksradfahren -Landesmeisterschaft im Kunstradfahren, etliche Radrennen auf verschiedenen Strecken sowie die 4. Internationale Nordrhein - Westfalen - Rundfahrt der Radamateure ) gehörten weiterhin zu den vielen schweißtreibenden Aufgaben des Vereins. Bis 1988 wurden insgesamt allein 33 Volksradfahren durchgeführt. Über 1000 Radbegeisterte Teilnehmer an den einzelnen Veranstaltungen wurden von den Mitgliedern des R. C. Sturmvogel versorgt und betreut. Medaillensammler kamen bei jedem Volksradfahren auf ihre Kosten, wurde doch zu jeder Veranstaltung für die erstrampelte Leistung eine neue Medaille ausgegeben. Stellvertretend für alle Helfer seien hier die Sportkameraden Herbert Schindler - Udo Reinersmann und Ernst Müller genannt, die mit der Vorbereitung sowie Ausführung immer ein glückliches Händchen hatten.
Der 19. Mai 1988
war einer der Höhepunkte des Radrennsports in unserem Verein. Richtete doch die Rennabteilung, geleitet von Elke und Günter Engel, die 4. Internationale N R W Rundfahrt der Radamateure durch Mülheim aus. Konnten die Mülheimer Zuschauer hautnah die internationale Radelite bewundern, war es besonders erfreulich, daß Axel Engel ( zu dieser Zeit C- Nationalfahrer und Mitglied des R.C. Olympia Dortmund ) und Bert Vlatavski (R.T.C. Mülheim Team NRW ) zwei Mülheimer Rennfahrer mit dabei waren.Die letzten zehn Jahre bis hin zum 100jährigen Jubiläum waren auch mit einigen Wechseln im Vorstand versehen. Elke Engel wurde Nachfolgerin von Hermann Kronenberger und auch der Posten des Kassierers und Geschäftsführers wurden mit neuen Personen besetzt. Sportlich und geschäftlich blieb der Verein in den vielen Jahren immer mit beiden ( Rädern ) Füßen auf dem Boden. Ging es mit der Kunstradabteilung stetig bergauf, wurden doch in den Bereichen Wander- und Rennfahren einige Nachwuchssorgen beklagt. In der Abteilung Radwandern wurde dann aber vieles bewegt, konnte man doch mit der A O K Mülheim einen Partner finden, der sich um die Belange des Radwandern als Breitensport arrangierte. Leider konnte die A O K aus gesetzlichen Gründen ihre Unterstützung nur noch bis 1996 aufrechterhalten. Herbert Schindler mit seinen Helfern gelang es immer wieder die Wanderfahrer auf das Rad zu bekommen. Bei Wind und Wetter finden die sonntäglichen Touren bis zum heutigen Tage noch statt.In unserer Radtouristikabteilung sind mehrere Fahrer und Fahrerinnen dabei, die vor den größten Herausforderungen keinen Halt machen. Gehören doch so Fahrten wie Trondheim - Oslo, Europa -Cup, Supercup u.s.w. auf den Terminkalender der Radtouristiker. Stellvertretend für alle Radtouristiker sei hier Heinz Jaspers genannt, der in der Vergangenheit doch so viele Titel, national sowie international, gewinnen konnte. Natürlich sind alle anderen RTFler im Verein erwähnenswert, fahren sie doch in der Saison zigtausend von Kilometern und fahren bis hin an ihr Limit. Bewundernswert ist die Tatsache, daß mehrere Frauen sich dieser Radsportart anvertrauen. Zwischen 1988 und 1998 fanden auch wie in jedem Jahr die traditionellen Veranstaltungen statt. Wie bereits berichtet, bleibt das Volksradfahren eine der Großveranstaltungen unseres Vereins. Sind doch die Vorbereitungen und Auflagen von Jahr zu Jahr gestiegen, hoffen wir auch in diesem Jahr unser Volksradfahren erfolgreich durchzuführen. Die Jubiläumsmedaille zum 45. Volksradfahren wird ein besonderer Anreiz werden, um an den Start der wunderschönen 25 und 40 Km Rundstrecke zu gehen. Am Sonntag, den 6. September 1992 fuhr Jan Ulrich in Mülheim bei der deutschen Meisterschaft im Vierer - Mannschaftszeitfahren der Amateure mit. Der 6. September 1992 wurde in der Vereinsgeschichte als Höhepunkt im Radrennsport geschrieben; übernahm doch der R. C. „Sturmvogel“ die Ausrichtung der deutschen Meisterschaft im Vierer - Mannschaftszeitfahren der Radamateure über 100 Km. Elke und Günter Engel schafften es in vielen Monaten der Vorbereitung ein deutsche Meisterschaft in Mülheim auszurichten. Welche Arbeit dahintersteckte, kann sich ein Außenstehender kaum vorstellen. Daß der R. C. Sturmvogel dieses Mammutprogramm so erfolgreich und zur Zufriedenheit aller Teilnehmer durchführen konnte, ist ein Verdienst von Elke und Günter Engel nebst ihrer Helfercrew. Die besten deutschen Radrennfahrer kamen nach Mülheim und durchfuhren den herrlichen Rundkurs von 19,3 Km bei höllischem Tempo 5mal. Über 20.000 Zuschauern belagerten die Rennstrecke vom Ruhrufer hin bis nach Ickten. Sieger wurde die Mannschaft der R S G Frankfurt mit den Fahrern; Siegfried Höbel - Lutz Lehmann - Ralf Schmidt und Jens Zemke. Daß der für die R G Hamburg startende Jan Ulrich 1997 dann die Tour de Franc gewinnen würde, und zum populärstem Radrennfahrer Deutschlands zählen würde, hatte zu diesem Zeitpunkt noch keiner vermutet.Als Ausrichter der Landesmeisterschaft für Amateure am 14. und 15. Mai 1994 in Mülheim Winkhausen bewies der R.C. „Sturmvogel“ erneut Ausrichterqualitäten. Denn das Mammutprogramm von zwei Veranstaltungstagen wurde dank vieler Helfer eine Werbung nicht nur für den Verein, sondern auch für die Stadt Mülheim an der Ruhr und dem all Ortsteil Winkhausen, dem wir noch lange verbunden bleiben möchten. Ihren größten Erfolg erzielte Martina Weise aus unserem Verein mit dem Titelgewinn der Landesmeisterschaft in der Frauenklasse. Hiermit sei auch erwähnt, daß beim R.C. Sturmvogel durchaus auch erfolgreiche Frauen im Radrennsport tätig sind oder waren. Im Frühjahr 1996 kam es dann zum Wechsel an der Spitze des Vereins. Als Elke Engel den Posten niederlegte, mußte eine Lösung für den Vorsitz gefunden werden. Da die Mitglieder auf den Versammlungen die Arbeit des Vorstandes als zu zeitaufwendig und mit zu viel Arbeit verbunden sahen, denn anders kann man es sich nicht vorstellen, daß dieses Amt doch keiner so recht machen wollte, übernahm schließlich Klaus Külschbach diese Aufgabe, der trotz seiner Übungsleitertätigkeit schon stark eingespannt war. Mit den weiteren Vorstandsmitgliedern, allen voran der Geschäftsführerin Hildegard Kluge sollte der Verein auch über die 100 Jahre hinweg ein traditionsreiches Bild hinaus in aller Ferne abgeben, denn über Nachwuchs im Verein können wir uns zur Zeit nicht beklagen, sind doch von den stetig steigenden Mitgliederzahlen fast zwei Drittel Schüler und Jugendliche. Weiter ging es mit Radrennen „Rund um die Dimbeck“ und „Rund in Winkhausen“. Mit den Starts der Radprofis Frank Klein (Sieger Rund in Winkhausen 1997 ) und dem Tour de Franc Teilnehmer Thorsten Schmid wurde das Rundstreckenrennen in Winkhausen zu einem Klassiker. Dem Vorstand um Hildegard Kluge und Klaus Külschbach gelang es Dank großer Unterstützung, Radrennen 1996 und 1997 zu veranstalten. Wir werden im Vorstand in Hinsicht jetziger und kommender Aufgaben bemüht sein, den Verein weiter im Sinne seiner Mitglieder zu führen. Die goldene Ehrennadel vom Bund Deutscher Radfahrer bekam Ernst Müller für seine 50jährige Mitgliedschaft im B D R 1997 verliehen. Seine Verdienste um den Radsport im R. C. „Sturmvogel“ kann man nicht hoch genug würdigen. Hiermit sei auch noch ein Dank verbunden, an all diejenigen, die den Verein in seinen 100 Jahren als Funktionär mit sicher viel harter Arbeit dahin gebracht haben, wo er heute steht. Nicht zu vergessen sind auch die Medien, die in all den Jahren von den so zahlreichen Ereignissen und Veranstaltungen in unserem Verein ausführlich berichtet haben. Einen großen Beitrag leisteten auch die vielen Sponsors, welche doch über die Jahre hinaus den Radsport in Mülheim unterstützt haben und hoffentlich auch weiterhin unterstützen werden. Stolz können wir auf die angebotenen Aktivitäten in unsereren Breitensportabteilungen sein; vom Kinderturnen über Frauengymnastik bis hin zum Ausgleichssport wird jedem Mitglied etwas geboten. Wer die Übungsstunden einmal besucht hat, weiß mit welchem Eifer dort Sport betrieben wird. Nicht nur der Sport steht bei uns im Vordergrund, sondern unsere Jugendarbeit und das Gesellschaftliche (gerade in der heutigen Zeit so wichtig ) spielen eine große Rolle. Die Jugendabteilung richtet mittlerweile schon viele Jahr ihr traditionelles Sommerfest aus, darüber hinaus sind die Jugendlichen einmal im Jahr eine Woche lang auf große Tour (ganz ohne Fahrrad). Altersgrenzen kennt man hier kaum, wenn die 5- bis 16jährigen Kinder mit Doris und Klaus verreisen. Der Jugendwartin und die Verantwortlichen der Freizeiten sind sich bewußt, daß die Jugend unser Hauptaugenmerk sein soll und auch ist. Besonders erfreulich ist es zu berichten, daß auch im Jubiläumsjahr einige aktive Kunstradfahrer die Teilnahme an den Landesmeisterschaften geschafft haben. Allen voran steht Maik Esser bei den Landesmeisterschaften der Junioren, bei der er in der Rangliste an dritter Stelle steht. Wünschen wir uns ein erfolgreiches Abschneiden unserer Fahrer und ein glückliches Händchen unserer Kunstradabteilung bei der Ausrichtung der Landesmeisterschaft der Schüler und Schülerinnen in unserer Heimatstadt. Sollte ich trotz meiner Bemühungen nicht über alles der letzten 100 Jahre berichtet haben, dann entschuldigt es und denkt daran, vieles war vor meiner Zeit.
verbleibe ich mit sportlichen Grüßen
Klaus Külschbach
( 1. Vorsitzender )


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